Der Niedergang und Rückzug der Vereinigten Staaten erhöht die Bedeutung der regionalen Dynamik im internationalen System. In den letzten zehn Jahren haben Wissenschaftler der Internationalen Beziehungen (IR) diese Entwicklung beschrieben und konzeptualisiert, z. B. als „dezentrierten Globalismus“,1 eine „Welt mit mehreren Ordnungen“,2 eine „multiplexe Welt'3 oder eine multikulturelle „Niemandswelt“,4 aber die Verbindungen zwischen der regionalen und globaler Ebene sowie die Rolle und Funktion regionaler Institutionen in der Machtpolitik Machtpolitik sind nach wie vor nur unzureichend bekannt. Die Beiträge in diesem Sonderteil verwenden die analytische Linse des „Soft Balancing“, d. h. der Versuche, eine bedrohliche Macht durch diplomatische und institutionelle Delegitimierung einzuschränken, um diese Verbindungen zu untersuchen. diese Zusammenhänge zu untersuchen. Soft Balancing wurde bereits ausgiebig genutzt, um Entwicklungen auf der Ebene der Großmächte zu verstehen, aber die Konzentration auf diplomatische und institutionelle Strategien birgt ein beträchtliches Potenzial, um zu erklären, wie aufsteigende Mächte, Mittelmächte und kleinere Staaten versuchen, die internationale Ordnung in unsicheren Zeiten zu steuern. Die Autoren der Sektion erörtern Entwicklungen im indopazifischen Raum, in Zentralasien, Europa und der Gruppe der BRICS-Länder, 5 und geben Antworten auf Fragen wie Was sind die Merkmale des sanften Ausgleichs in diesen Regionen? Wie wenden die regionalen Akteure unterschiedliche Soft-Balancing-Strategien an? Wann und unter welchen Bedingungen sind Soft-Balancing-Strategien wirksam? Welche Auswirkungen hat Soft Balancing auf regionale und globale Ordnungen? Diese Einführung bietet einen Überblick über Soft Balancing in Theorie und Praxis und deren Bedeutung für die Regionen der Welt
Kai He/T.V. Paul/Andreas Wivel: Soft balancing in the regions: causes, characteristics and consequences, in: International Affairs 1 (2025), p. 3-15.