Die Academy of International Affairs NRW mit Sitz in der Bundesstadt Bonn widmet sich den globalen Herausforderungen und Strukturveränderungen der internationalen Politik im 21. Jahrhundert. Im Zentrum der Akademie steht mit einem Fellowship-Programm die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz sowie die internationale und interdisziplinäre Vernetzung.
Die AIA-Fellows Mariia Levchenko und Bernhard Stahl organisierten einen Workshop über Schweigen und Dialoge in den Internationalen Beziehen. Nachdem Elisabeth Schweiger (University of Sterling, UK) zunächst in theoretischer und konzeptioneller Perspektive die analytischen Implikationen des Schweigens in der Außenpolitik reflektierte Bernhard Stahl, Sebatian Glassner und Julius Bonaventura (Uni Passau) dies entlang konkreter Forschungsprojekte genauer ausführten, …
AIA Early Career Researcher Bohyun Kim stellte im Colloquium ihr PhD-Projekt vor. Sie vergleicht die Wasserstoff-Strategien der EU und Südkoreas. Beide eint die Auffassung, dass die Wasserstoffwirtschaft ein wichtiges Element auf dem Weg zur Erreichung der Klimaneutralitätsziele darstellt. Aber die Vorgehensweise unterscheidet sich signifikant. Im Gegensatz zu diversen Studien, die in der Regel als Einzelfallstudien …
Ohne Zweifel prägen Russland und China bereits heute die Weltpolitik in umfassendem Maße und werden dies im Laufe des 21. Jahrhunderts weiterhin tun. Dabei ist augenscheinlich, dass die Beziehungen zwischen beiden Mächten häufig verkürzt als Freundschaft zwischen Autokratien beschrieben, die gegen die westliche Wertegemeinschaft gerichtet seien. Dies ist sicher nicht ganz falsch, in der Beschreibung …
Nachdem viele Politikerinnen und Politiker lange davon ausgingen, dass die wirtschaftliche Globalisierung Frieden und Wohlstand bringen würde, beobachten wir heute vermehrt Spannungen in der internationalen Handelspolitik. Maßnahmen, die von Regierungen als Schutz der heimischen Industrie verkauft werden, haben zur Folge, dass viele Unternehmen höheren Kosten für importierte Materialien und Waren gegenüberstehen. Der zunehmende Protektionismus und …
Bernhard Stahl, Professor für Internationale Politik an der Universität Passau, stellte im Rahmen des AIA Colloquiums sein Forschungsprojekt zum Verschweigen von Massenverbrechen in der Außenpolitik vor, an dem er seit 2018 forscht. Er setzt sich mit diesem Themenfeld in grundsätzlicher Perspektive auseinander, wobei aber ein besonderer Schwerpunkt auf der deutschen und der britischen Außenpolitik liegt. …
Dieser zweiteilige Workshop zielt darauf ab, sowohl theoretische als auch praktische Einblicke in die Mechanismen des Dialogs und des Schweigens zu geben, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie die analytischen Konzepte definiert, bewertet und in realen Umgebungen angewendet werden können. Während sich die erste Sitzung mit dem Schweigen in der Außenpolitik auf theoretischer Ebene befasst (warum und wie werden Themen in der Außenpolitik zum Schweigen gebracht?), wird sich die zweite Sitzung konzeptionell mit der „Politik des Schweigens“ befassen, indem zwei Beispiele aus der Praxis herangezogen werden. In der dritten Sitzung werden verschiedene Theorien und Modelle des Dialogs erörtert – von Konzepten über Ansätze zur Definition des Begriffs „Dialog“ bis hin zu Möglichkeiten, seine Wirksamkeit zu messen. Anhand von Fallstudien aus verschiedenen Kontexten werden die Teilnehmer eine strukturierte Debatte über die Fähigkeit des Dialogs zur Überbrückung von Gräben und zur Veränderung von Konfliktdynamiken führen. Der vierte Teil des Seminars ist der praktischen Anwendung gewidmet: Erfahrene Praktiker werden Methoden zur Förderung und Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen polarisierten Gemeinschaften demonstrieren. Die Teilnehmer werden die Möglichkeit haben, diese Dialoginstrumente in Breakout-Übungen auszuprobieren und ihre Sichtweisen und Erkenntnisse einzubringen, die in Empfehlungen für einen möglichen nationalen Dialogprozess in der Ukraine einfließen könnten, sobald der aktuelle Krieg beendet ist. Das übergeordnete Ziel ist es, zu veranschaulichen, wie der Dialog als Eckpfeiler für Versöhnung, den Aufbau einer Nation und langfristigen Frieden dienen kann.
Programm (Englisch)
Westliche Medien beschreiben die Beziehung zwischen Russland und China oft als enge Freundschaft zwischen zwei „Autokratien“ gegen die „westliche Wertegemeinschaft“. Xi und Putin sprechen von einer „umfassenden strategischen Partnerschaft“, die darauf abzielt eine „multipolare Weltordnung“ zu etablieren. Doch wer sollen die Pole in einer post-amerikanischen Weltordnung sein? Droht ein neuer „Kalter Krieg“ mit globaler Blockbildung? Wie stabil ist das Bündnis zwischen Moskau und Peking tatsächlich?
In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen erlebt der Protektionismus weltweit eine Renaissance. Zahlreiche Länder drohen einander mit Strafzöllen und Handelsbeschränkungen. Aggressive Wirtschaftspolitiken setzen globale Handelsbeziehungen zunehmend unter Druck. In diesen geopolitischen Spannungsfeldern geraten Fragen der Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit ins Hintertreffen.
Dieser Workshop richtet sich an Wissenschaftler:innen, Hochschulmitarbeitende und Kommunikationsverantwortliche aus unserem Netzwerk (and Friends), die ihre Social-Media-Strategien gezielt verbessern möchten. Im Mittelpunkt stehen die Wissenschaftskommunikation und das Studierendenmarketing durch digitale Kanäle.
Die Verbindungslinien zwischen der Landes-, Regional- und Stadtgeschichte und den Internationalen Beziehungen sind vielfältig; aber auf den ersten Blick selten augenfällig. Kommunen, die regionale Selbstverwaltung und Länder agierten und agieren häufig nicht ausschließlich im nationalen Kontext. Ihr Handeln war und ist eng verflochten mit supranationalen und internationalen Problemstellungen sowie den Rückwirkungen politischer Großwetterlagen.
Erfahrungen für die Zukunft.“ Mit diesem Satz schließen die von Redenschreiber Johnny Klein aufgezeichneten und von unserem Beiratsmitglied Ulrich Schlie edierten Memoiren des zweiten deutschen Bundeskanzlers Ludwig Erhard. Dieser Wunsch wurde Ludwig Erhard im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu den Konsequenzen der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump für Europa und die Welt erfüllt.
Der Weltraum hat sich zu einer eigenständigen Arena für politische und wirtschaftliche Interaktionen entwickelt, die der Menschheit zugute kommen können. Mit dem zunehmenden kommerziellen Interesse und dem Engagement von Staaten ist der Weltraum zu einer Zone geworden, die der Regulierung und kooperativer Vereinbarungen bedarf, um ernste Risiken zu vermeiden. Dies wirft auch die zentrale Frage nach der Verantwortung in verschiedener Hinsicht auf, wie z. B. angemessenes Verhalten und Rücksichtnahme auf künftige Generationen.
Im Rahmen des World Space Forum der Vereinten Nationen in Bonn (3.-6. Dezember 2024) organisierte der AIA NRW am 2. Dezember 2024 ein Side Event mit dem Titel „Responsibility in Space for Sustainability on Earth“. In seiner Grundsatzrede berichtete der ESA-Astronaut und Astrophysiker Gerhard Thiele von seinen persönlichen Erfahrungen in der Raumfahrt. Er reflektierte über seine Weltraummission von 1998, bei der die Erde geografisch vermessen wurde, und betonte die zentrale Rolle der Verantwortung, wobei er insbesondere die Bedeutung von Teamarbeit und Kommunikation hervorhob, ohne die ein solch bedeutendes Unterfangen nicht möglich wäre.
Die Akademie hat zu Afghanistans Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schon verschiedene Veranstaltungen und ein Fellow-Forschungsprojekt durchgeführt. Zum 23. Jahrestag fand der ersten Bonner Afghanistan-Konferenz fand an historisch authentischem Ort auf dem Bonner Petersberg eine Diskussion mit dem ehemaligen afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, dem ehemaligen afghanischen Außenminister Dr. Rangin Dadfar Spanta und Dr. Katja Mielke (Senior Researcher, Bonn International Center for Conflict Studies, BICC) moderiert von AIA-Direktorin Dr. Mayssoun Zein Al Din statt.
Von den zentralasiatischen Nachbarländern ähneln Tadschikistans Geschichtsbücher noch am ehesten den offiziellen Darstellungen aus der Sowjetära. Sie betonen die Übel der Expansion des russischen Reiches in der Region. Gleichzeitig wird aber auch die sowjetische Erfahrung Tadschikistans recht positiv dargestellt und der Beitrag der Tadschikischen Sozialistischen Sowjetrepublik zum Sowjetstaat hervorgehoben. Vielleicht sind sie deshalb in das …
Weltweit wird feministische Politik zunehmend marginalisiert und stößt auf den Widerstand von Regierungen und Gesellschaften. Im postsozialistischen Eurasien werden die Gender-Diskurse von internationalen Gebern dominiert, die einen neoliberalen Ansatz verfolgen, sowie von Staaten, die patriarchalische Normen für die Nationenbildung mobilisieren. Dieser Artikel konzentriert sich auf drei feministische Basisinitiativen in Eurasien und untersucht alternative Gender-Visionen, die …
Die wachsende Zusammenarbeit zwischen China und Russland nach 2022 hat nicht nur zu einem quantitativen Anstieg des Handelsvolumens geführt, sondern auch zu einem qualitativen Wandel hin zu einer intensiveren Partnerschaft in den Bereichen neue Technologien, Innovation sowie Forschung und Entwicklung (F&E) in Bereichen wie künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputer, grüne Wasserstoffenergie usw. Dies kann neue strategische, …
Der Europäische Green Deal (EGD) stellt einen transformativen Rahmen für eine nachhaltige Energiewende dar und bietet eine einzigartige Gelegenheit für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (EU) und Afrika. Diese Partnerschaft ist für die Bewältigung der globalen Herausforderungen im Energiebereich von entscheidender Bedeutung, insbesondere angesichts der sich verändernden geopolitischen Landschaft und der dringenden Notwendigkeit …
Der Artikel weißt auf eine außenpolitische Wende in der Türkei hin, die durch die AKP eingeleitet wurde. Im Gegensatz zu früheren türkischen Regierungen versucht die AKP, ihre Interessen nicht nur durch klassische politische Allianzen zu wahren, sondern auch durch Instrumente der „Soft Power“. Sie setzt auf eine Politik der emotionalen Kommunikation durch Identität, Religion, Sprache …
Geopolitische Neuorientierungen in Zentralasien
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich die zentralasiatischen Staaten weitgehend an Russland orientiert und es als Bezugspunkt in der Außen- und Innenpolitik betrachtet. Russland wurde sogar der Status eines „strategischen Partners“ zuerkannt. Dies änderte sich schlagartig mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022, was zentralasiatische Entscheidungsträger, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu veranlasste, sich nach neuen, verlässlicheren Partnern in Asien, Europa und dem Nahen Osten umzusehen. Unter dem Blickwinkel der kritischen Geopolitik analysiert mein Projekt die neuen „strategischen“ Partnerschaften, die in der Region entstehen. Es untersucht die Akteure und Rationalitäten der laufenden geopolitischen Neuausrichtung sowie die formellen und informellen Praktiken, die diesen Prozess kennzeichnen.
Weltraumtechnologien, einschließlich Raketen, Satelliten und der dazugehörigen Infrastruktur, sind für moderne Gesellschaften von entscheidender Bedeutung. Sie…